Nachrichten aus dem Chathura-Kinderheim - November 2021

 

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Liebe Freunde,

 

noch immer ist die Corona-Lage in Sri Lanka sehr ernst:

 

Ende November 2021 – Covid 19  Situation in Sri Lanka (ca. 21,5 Mio. Einwohner)

Insges. 557.000 Fälle – bisher 14.158 Verstorbene – aktuelle Fälle ca. 11.900

ca. 73 % Erstimpfungen -  ca. 63 % vollständig geimpft.

 

Von Mitte August bis Anfang Oktober gab es wieder strenge Ausgangssperren für die gesamte Bevölkerung.

Im August waren es täglich ca. 9.900 neue Corona Fälle. Durch die 2-monatige Ausgangssperre, waren es Ende November nur noch 735 neue Fälle täglich.

Für Touristen gelten immer noch strenge Einreisebestimmungen. Wie würden gerne mal wieder das Kinderheim besuchen, aber die Option den Urlaub in einem First Level Hotel in Sri Lanka zu verbringen, ist nicht das, was wir wollen. Wir möchten, wie die Jahre zuvor, viel Zeit mit unseren Mädchen im Chathura-Kinderheim verbringen und auch unsere Freunde besuchen. Leider sind Privatbesuche immer noch nicht möglich. Sogar den Eltern und Verwandten unserer Mädchen wird seit vielen Monaten der Besuch im Kinderheim verwehrt. Man mag sich das Heimweh unserer Mädchen und deren Eltern gar nicht vorstellen.

Auch die in Sri Lanka sehr populären Dana-Spenden fallen seit fast zwei Jahren vollständig weg. Dana ist eine alte Tradition im indischen Raum. Wem es gut geht, gibt an Bedürftige etwas ab. Mehrmals im Monat kamen bisher einheimische Familien mit großzügigen Essenspenden, Schulsachen, Kleidern und vielem mehr in unser Kinderheim. Der Besuch glich oft einem Tagesausflug. Mit vielen Personen vom Baby bis zu den Großeltern kamen Familien mit ihren Spenden auch von weit her zu uns. Stundenlang hatten sie zuvor daheim aufwendig Essen zubereitet und Geschenke verpackt. Nach einer kleinen, buddhistischen Zeremonie an unserem Haustempel gingen sie wieder heim, mit dem Gefühl etwas Gutes getan zu haben. Uns haben die Dana-Spenden sehr geholfen. Das mitgebrachte Essen war sehr reichlich und schmackhaft und half uns Lebensmittel einzusparen. Leider ist dies nun schon seit vielen Monaten nicht mehr erlaubt.

Dana-Spender im Jahr 2017 im Chathura-Kinderheim Dana-Essensspenden im Jahr 2017 im Chathura-Kinderheim  Dana-Fotos aus Vor-Corona-Zeiten.

 

Im Oktober wurden die Schulen nach und nach wieder geöffnet... mit Masken, strengen Hygieneregeln und Abstand. Zuerst durften die Kleinen zur Schule, später dann auch die älteren Jahrgänge. 

Nach der langen schulfreien Zeit haben sich unsere Mädchen sehr auf den Schulbesuch gefreut.

 

die Schulklassen 1-5 dürfen ab Oktober wieder zur Schule gehen. Unsere Mädchen freuen sich auf den Schulbesuch.Schule in Mabotuwana - Galle District die Schulklassen 1-5 dürfen ab Oktober wieder zur Schule gehen.

Die Mabotuwana Kanishta Vidyalaya ist eine staatliche Schule, die 1887 gegründet wurde. 

Ca. 200 Schülerinnen und Schüler werden dort bis zur 11. Klasse unterrichtet. Nach der 11. Klasse legen sie das O-Level-Examen ab. Danach kommt das A-Level-Examen (Hochschulreife), dafür muss auf eine weiterführende Schule gewechselt werden.

 

Für die älteren Mädchen war erstmal die Reinigung des Schulhofs angesagt. In Sri Lanka ist dies durchaus üblich. Sogar die Eltern der Schulkinder helfen bei diesen Arbeiten jedes Jahr in den Schulferien mit. Oft werden dann auch die Schulräume in Eigenleistung neu gestrichen. Wäre dies auch bei uns denkbar?

Dass es in Sri Lanka an allen Ecken fehlt, sieht man auch an den Toiletten (rechtes Bild) für 200 Kinder dieser staatlichen Schule.

 

unsere großen Mädchen helfen bei der Schulhof-Reinigung mitunsere großen Mädchen helfen bei der Schulhof-Reinigung mitunsere großen Mädchen helfen bei der Schulhof-Reinigung mit

 

In Sri Lanka sind seit Monaten Lebensmittel sehr knapp. Dazu gab es im Oktober-November wieder sehr starke Niederschläge mit Überschwemmungen, was auch zu Ernteausfällen geführt hat. Ende August wurde von staatlicher Seite der wirtschaftliche Notstand ausgerufen. Das Land hat mit einer schrumpfenden Wirtschaftsleistung zu kämpfen. Da die Grundnahrungsmittel sehr knapp sind, wird das Horten von Zucker oder Reis bestraft. Selbst das Weizenmehl ist knapp und Bäckereien können ihre Kunden nicht mehr beliefern, da die Rohstoffe fehlen. Zudem funktionieren viele Herde mit Kerosin, Diesel oder Gas ... auch daran mangelt es.

Zum Glück haben wir im Chathura-Kinderheim noch einen offenen Kamin in unserer Küche, so dass wir auch ohne Gas mit Feuerholz kochen können. 

 

Nicht nur die Preise für Reis, Zucker, Zwiebeln und Kartoffeln sind stark gestiegen, auch Milchpulver, Kerosin und Gas sind knapp und teuer. Vor vielen Geschäften bildeten sich zeitweise lange Schlangen... oftmals reicht das wenige Geld nicht, um genug dieser teuren Lebensmittel zu kaufen... wie soll man damit die Familie satt bekommen? Um einem Kind mit einem Spielzeug eine kleine Freude zu machen, daran ist in diesen Zeiten nicht zu denken.      

Wichtige Bereiche der Wirtschaft, wie z.B. der Tourismus, sind stark eingebrochen. Wegen den Selbstmordanschlägen von Ostern 2019 und der Corona-Krise ab 2020 kommen nun schon seit fast drei Jahren kaum noch Touristen auf die Insel. Viele Kredite für Investitionen müssen weiter zurückgezahlt werden, aber die Einnahmen fehlen. Neben der Corona-Krise jetzt auch noch eine massive wirtschaftliche Krise. Viele Familien wissen nicht mehr, wie sie diese schlimme Zeit überstehen sollen. Sicherlich müssen auch jetzt wieder viele Kinder unter Mangel an allem leiden. Oftmals wird wieder die Einweisung in ein Kinderheim notwendig werden.

Das Chathura-Kinderheim ist bereits seit Monaten voll belegt. Mit einer Belegungsgrenze von 20 Kindern können wir gewährleisten, dass wir die finanziellen Anforderungen gut bewältigen können.

 

Unsere Mädchen merken nichts von den Problemen, mit denen sicherlich auch ihre eigenen Familien zu kämpfen haben. Bei uns bekommen sie täglich mehrmals warme Mahlzeiten, saubere Kleidung und jede medizinische Versorgung, die sie brauchen.

Dank Ihrer Unterstützung können unsere Mädchen sorglos ihre Kindheit genießen. Dafür bedanken wir uns von ganzem Herzen. Einem Kind zu helfen, wird nicht die Welt verändern, aber es wird die Welt für dieses Kind verändern.

 

In den vielen Monaten, die unsere Heimfamilie jetzt schon isoliert im Kinderheim lebt, ist jede Abwechslung sehr willkommen. Im August feierte unsere Shashika ihre Big-Girl-Party (die Erreichung der Pubertät) mit ihren Heimgeschwistern. Neben leckerem Essen, Spiel und Tanz gab es auch noch neue Ohrringe für unser Big-Girl Shashika.

Shashikas big-girl-party im Chathura-Kinderheim Shashikas big-girl-party im Chathura-KinderheimShashikas big-girl-party im Chathura-KinderheimShashikas big-girl-party im Chathura-Kinderheim

 

Hier ein paar Impressionen aus dem Chathura-Kinderheim. Ich denke man kann sehen, dass sich unsere Mädchen bei uns wohlfühlen.

Spielzeit im Chathura-Kinderheim Spielzeit im Chathura-KinderheimSpielzeit im Chathura-KinderheimSpielzeit im Chathura-KinderheimSpielzeit im Chathura-KinderheimSpielzeit im Chathura-KinderheimSpielzeit im Chathura-KinderheimSpielzeit im Chathura-KinderheimSpielzeit im Chathura-KinderheimSpielzeit im Chathura-KinderheimSpielzeit im Chathura-KinderheimBallspiele mit Tashi im Chathura-KinderheimBallspiele mit Tashi im Chathura-Kinderheim

 

Wie bereits 2020, so musste auch in diesem Jahr wegen der Corona-Situation die öffentliche Feier zum Weltkindertag im Oktober wieder abgesagt werden. Statt dessen kam eine Abordnung der Jugendbehörde ins Kinderheim. Sie begutachteten die Tanzvorführungen unserer Mädchen und waren sehr zufrieden mit der Performance der Kinder. Zur Feier des Tages war das Chathura-Kinderheim mit bunten Fahnen geschmückt

zur Feier des Tages war das Chathura-Kinderheim mit bunten Fahnen geschmücktzur Feier des Tages war das Chathura-Kinderheim mit bunten Fahnen geschmücktTanzvorführung im Chathura-Kinderheim anläßlich des WeltkindertagesTanzvorführung im Chathura-Kinderheim anläßlich des WeltkindertagesTanzvorführung im Chathura-Kinderheim anläßlich des WeltkindertagesTanzvorführung im Chathura-Kinderheim anläßlich des Weltkindertages

 

Unsere alten Gardinen waren stark abgenutzt und mussten dringend erneuert werden. In Sri Lanka hängen nicht nur vor Fenstern Gardinen, sondern zusätzlich vor jeder Innentür. Meist steht die Holztür dahinter offen, damit immer ein kühler Luftzug durch die Zimmer weht. Der Blick in den Innenraum wird durch den dünnen Vorhang verwehrt. Gerade an den Türvorhängen hinterlassen die vielen Kinderhände ihre Spuren...da hilft auch das Waschen nicht mehr. Unsere Heimmutter hat für alle Fenster und Türen in den beiden Häusern Gardinenstoff in Meterware gekauft und dann die einzelnen Gardinen selbst genäht.

Neue Türgardinen im Chathura-Kinderheim Neue Türgardinen im Chathura-KinderheimNeue Gardinen im Chathura-KinderheimNeue Gardinen im Chathura-KinderheimNeue Gardinen im Chathura-KinderheimNeue Gardinen im Chathura-Kinderheim

 

Soweit die Neuigkeiten aus dem Chathura-Kinderheim.

 

       Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien eine besinnliche Adventszeit.

 Weihnachtsgrüße

 

 

Herzliche Grüße

 

Ihre

 

Kinderhilfsprojekt Galle - Sri Lanka e.V.

 

Berliner Ring 78 a, 66955 Pirmasens  - Tel. +496331 1441205

 

 

Email: kinderhilfsprojekt_galle@t-online.de

 

Internet: www.kinderhilfsprojekt-galle-srilanka.de

 

Spendenkonto:

 

Kontoinh.: Kinderhilfsprojekt Galle - Sri Lanka e.V.
Konto Nr.: 74203
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Spruch von Mutter Teresa